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Füreinander da sein und keine Unterschiede machen

Füreinander da sein und keine Unterschiede machen
Füreinander da sein und keine Unterschiede machen
© Reichwein/Bistum Limburg
Wi_KörperUndSinne
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Zwei Stühle stehen vor dem Altar, zwei Menschen nehmen Platz, ziehen Schuhe und Strümpfe aus. Jesus kommt hinzu, er trägt ein rotes Gewand, holt Wasser und eine kleine Wanne und wäscht den beiden die müden und schmutzigen Füße: „Füreinander da sein, einander helfen, keine Unterschiede machen“, spricht Diakon Dr. Christoph Beuers den Kommentar zu dem Stück, das von Mitgliedern des Spielkreises St. Vincenzstift pantomimisch aufgeführt wird. Im Gottesdienst, mit dem das Fest für Körper und Sinne an diesem Samstag, 9. September, in der evangelischen Marktkirche in Wiesbaden eröffnet wird und zu dem die Band Conny P. aus dem Frankfurter Konrad-von Preysing-Haus wie immer die fröhliche Musik beisteuert, klingt bereits vieles von dem an, was an diesem Tag draußen auf dem Schlossplatz bis zum späten Nachmittag erlebbar ist.

Eine Vision am Anfang

„Ihr macht das Fest“, fasst Jochen Straub, Leiter des Referates Seelsorge für Menschen mit Behinderung, das Motto der ersten Stunde, „Mit uns“, in Worte und er bezieht sich dabei auf all diejenigen, die den Tag mitgestalten, vor und hinter den Kulissen, auf der Bühne, beim gastronomischen Angebot ebenso wie an den rund 60 Ständen. Zum zehnten Geburtstag der Veranstaltung, die in dieser Form nicht fortgesetzt werden soll, erinnert er an die Vision, mit der alles angefangen hat: „Dass Menschen mit und ohne Behinderung unkompliziert gemeinsam feiern.“ Inzwischen habe die Idee einen eigenen Namen bekommen: Inklusion.

Nach der Premiere im Jahr 2000 auf dem Paulsplatz in Frankfurt, war bereits die Folgeveranstaltung in Wiesbaden ausgerichtet, zunächst auf dem Kranzplatz, dann im zweijährigen Turnus auf dem Schlossplatz. „Ein gut gewählter Ort“, sagt Oberbürgermeister Sven Gerich beim kurzen Grußwortreigen auf der Bühne: Die Menschen mit Behinderung gehörten „mitten in die Stadt, in die Mitte unserer Gesellschaft.“

Inklusion sollte alltäglich sein

Dass das an diesem Tag – wie bei all den Festen zuvor – nicht nur auf selbstverständliche Weise umgesetzt wird, sondern auch fast mühelos wirkt, ist den tausenden Helfern im Hintergrund geschuldet, die zum Jubiläum nicht nur von der Dezernentin für Pastorale Dienste, Dr. Hildegard Wustmans, herzlich bedankt werden. „Es wird weitergehen“, verweist sie auf die Zukunftswerkstatt der Stadt  Wiesbaden in Kooperation mit dem Bistum Limburg und anderen Partnern, die ihre Arbeit bereits aufgenommen hat. Was Menschen dabei wichtig ist, können sie auch an diesem Nachmittag am Stand der Behindertenorganisationen der Stadt Wiesbaden notieren: „Inklusion sollte in Wiesbaden so alltäglich praktiziert sein, dass niemand mehr extra darauf aufmerksam machen muss.“, hat jemand das große Ziel für die Zeit nach dem Fest beschrieben.

Mini-Gebärdenkurs und begehbares Auge

Zukunft aber ist später: Jetzt spielt bei echtem Jubiläumswetter das Landespolizei-Orchester auf, die Musikgruppe Castellum begleitet die Gottesdienstteilnehmer mit schmissigen Klängen zum Festplatz, dann erobern die Tänzer aus der Caritaswerkstatt Rotenhain die Bühne und die Herzen der Zuschauer. Schnell bildet sich eine kleine Wartschlange vor dem begehbaren Auge, mit dem die Wiesbadener Ortsgruppe des Blinden- und Sehbehindertenbundes in Hessen aufwartet. Beim Mini-Gebärdenkurs wird viel gelacht und am Stand der inklusiven Künstlergruppe „Dali“ wechseln die ersten bunten Halsketten die Besitzer. Kinder ziehen ihre Eltern begeistert zur Hüpfburg und zum Stand mit dem Riesenseifenblasen. Und vor der Marktkirche gelingt diesem Fest einmal mehr das scheinbar Unmögliche: Hier wird - wenn auch im Riesenplastikball - sogar auf dem Wasser gelaufen.